Zeichungen und Heavy Metal (über die Dramatik in meinen Bildern und der Welt)
Die Antoniuszeichungen drängen und manchmal ist ein wenig Druck gut zum Arbeiten – aber gestern war ich vollkommen genervt von diesem Thema. Ich würde so gerne noch einmal (endlich einmal) richtig lange an einem großen vielschichtigen Acrylgemälde (keine Malerei, sondern ein richtiges Gemälde…) arbeiten, aber dazu fehlt derzeit bekanntlich das Atelier und noch wichtiger die Zeit. Nicht nur, dass nächste Woche schon die nächste Ausstellung ansteht und darauf die Woche die Grafikmesse, nein, es müssen auch etliche Bewerbungen formuliert, getippt und zur Post gebracht werden, die Ausstellungen der nächsten Jahre anvisiert und geplant werden, meine Internetseite müsste ich auch mal überarbeiten und dafür eben auch noch alle (oder einige) meiner Aquarelle scannen…
Deshalb hatte ich gestern eigentich auch keine Lust irgendetwas Kreatives zu tun, doch dann sah ich am Boden eine große Kiste voll meiner Skizzenbücher, die wir in Herne abgehängt hatten. Ja – einfach nur gezeichnet, so, eine Zeichnung nach der andern, ohne viel zu denken, nur nach dem Gefühl, das hatte ich lange nicht mehr…
Natürlich waren die ersten Versuche noch etwas steif und landeten im Papierkorb, aber so nach und nach, Metallica im Ohr und einige spannende Geschichten im Kopf, hat es wirklich gut getan…
Zur Finissage in Herne bin ich gefragt worden, warum meine Bilder oft so “düster” sind. Zur Farbigkeit habe ich auf meinem ehemaligen Blog in letztem Jahr einiges geschrieben (Zur Farbigkeit meiner Bilder I, und Zur Farbigkeit meiner Bilder II). Mit den Inhalten meiner Bilder sehe ich das so: Ich zeichne gerne Bilder voller Spannung. Entweder entsteht diese Spannung durch einen seltsam einsamen Zustand der Figur, die Momentaufnahme einer Szene im ungewissen Kontext, oder durch die Beziehung zweier (oder mehrerer) Figuren zueinander. Das können sehr innige Beziehungen sein (vielleicht seltener), aber eben auch sehr antogonistische.
Eigentlich zeichne ich einfach gerne das, was den Menschen schon immer interessiert hat – Leben (Lieben) und Sterben. Und so gibt es viele Menschen, die gerne Krimis oder Thriller lesen oder sich das Morden beim Tatort, Polizeiruf XY oder wie die Sendungen auch alle heißen im Fernsehen anschauen oder noch besser als Actionthriller oder im tragischen Drama auf Kinoleinwand…
Weshalb sollte ich, weil ich einen vom Himmel stürzenden Ikarus spannend und ästhetisch finde, einen seelischen Ausgleich zu meiner Kunst brauchen? Wenn ich mir die Nachrichten ansehe und, was in der Welt geschieht, könnte ich eher sagen, all das Bangen und Leiden zu ästhetisieren, ist mein seelischer Ausgleich. – Dramatische Kunst zu erschaffen ist anstrengend und aufreibend, hat aber manches Mal auch karthatische Wirkungen für ein weitestgehend harmonisches Selbstleben. (Genau wie Heavy Metal übrigens – nicht umsonst gilt das Wacken Open Air als das friedlichste Musikfestival der Welt und üben die meisten “Metaller”, die ich kenne, Berufe im Gesundheits- und Sozialwesen aus…)
(Schön, dass auch einige so denken und fühlen wie ich, so wird dieses Bild z.B. demnächst seinen Besitzer wechseln…)
~ by U.Schätzmüller on February 15, 2013.
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Tags: Actionfilm, Art, Bilder, Daniel, Drama, Dramatik, Erzählung, Figur, Grafik, Heavy Metal, Ikarus, Krimi, Kunst, Leben, Mensch, Metallica, schwarz-weiß, Skizzenbücher, Thriller, Tod, Zeichnung












find ich echt gut, die sachen. du verstehst es, mit ein paar pinselstrichen das wesentliche auf den punkt zu bringen!
Danke! Genau so soll es sein – sparsam aber wesentlich.
Grüße Ute
Liebe Ute,
ich bin froh, dass es dir zwischendurch auch so geht wie mir.
Ich habe am WE mit meinen Malschülern mit wahrere Freude Blumen und Stilleben gezeichnet.
Nun ist der Kurs vorbei und ich schreibe meinen Blog davon.
Einen schönen Sonntag dir, Susanne
Es tut manchmal einfach gut,ein wenig die Kunst zu machen, die einem eigen ist
Aber ich habe auch schon drei neue Antoniuszitate fertig – bloß eben eben noch nicht gescannt… das könnte u. U. auch noch ein paar Tage dauern, denn am Dienstag baue ich in Meerbusch die Ausstellung auf, und heute habe ich schon den ganzen Tag Rahmen gesäubert, Rückwände zurecht geschnitten, Bilder fotografiert und natürlich gerahmt. Gerade scanne ich die kleinen Aquarelle, die ich hängen werde.
Liebe Grüße Ute
Liebe Ute, das ist kein Problem, ich werde ersteinmal mein Manusskript für den Fischer Verlag fertig schreiben. Dann geht es weiter mit dem Antonius, dafür aber gleich massiv! Ich will ihn dann ihn einem Rutsch (NICHT an einem Tag
) hintereinander zeichnen… Viel Erfolg beim Hängen und der Ausstellung, LG Susanne
Ja Danke! Ich werde nach dem Hängen auch weiter zeichnen – mir fehlen nur noch sechs Zitate, das dürfte ja recht zugüg zu schaffen sein, denn danach die Woche ist ja die Examensprüfung meines Mannes und die Kunstbox, da wird es eng…
Lg Ute