Das Gesicht will ich mir mit Goldstaub einreiben… (Antoniusversuchungen)
Für unsere Antoniusversuchungen stehen Susanne und ich gerade etwas unter Zeitdruck: Zur Ausstellung am 18.Mai im Atelier von Susanne soll der erste Band unseres Katalogs fertig sein, der die Kapitel I bis III umfassen wird. Gestern schrieb mir Susanne, dass der Verleger die Scans unserer Bilder so bald wie möglich haben möchte – nun haben wir aber gerade erst mit dem zweiten Kapitel angefangen!
Seit Mitte letzten Jahres zeichnen wir an den Antoniusversuchungen. Aus dem ersten Kapitel haben wir uns 17 Zitate gewählt, zu denen insgesamt über 100 Zeichnungen entstanden sind. Anfangs schickten wir uns die Zitate noch per Post und handgeschrieben zu, später dann als e-mail. Jetzt haben wir uns an einem Nachmittag auf die verbleibenden 12 Zitate aus Kapitel II und III geeinigt (die zum Glück auch kürzer sind als das erste) und werden diese in den nächsten Tagen so schnell wie möglich zu Papier bringen…
Manchmal brauche ich dieses Gefühl, unter Zeitdruck zu stehen, und so habe ich gestern gleich zehn neue Antoniusbilder zu drei Zitaten fertiggestellt, sie eben gescannt, nummeriert und signiert, um sie nun hier zu zeigen.
Das erste Zitat stammt von Susanne und ich fand es so schwierig, dass ich mich jetzt schon über eine Woche geziemt habe, es anzufangen:
“Die Weine beginnen zu fließen, die Fische zu zucken, das Blut in den Schlüsseln kocht, das Fruchtfleisch wölbt sich wie liebende Lippen; und der Tisch steigt ihm bis an die Brust, bis ans Kinn – und , vor ihm, nur ein Teller, nur ein Brot.”
Irgendwann hatte ich dann eine Bildvorstellung im Kopf, die mir aber in der Umsetzung (Blatt 53 und 54) nicht gefällt. Ich kann einfach mit diesen vielen bunten Farben nicht so gut umgehen…
- Antoniusversuchungen Blatt 53
- Antoniusversuchungen Blatt 54
Die Idee für das m.E. gelungendste Blatt zu diesem Zitat kam mir dann ganz spontan beim Arbeiten und malte sich fast von selbst auf des Papier:
Die nächsten beiden Zitate habe ich selbst gewählt und hatte schon während des Lesens entsprechende Ideen dazu im Kopf. An den Zeichungen zu
“Das Gesicht will ich mir mit Goldstaub einreiben und mich schlafen legen auf meinen Schätzen!”
hat es mich gereizt, verschiedene Posen und Grade der Verzückung durch das Gold darzustellen:
- Antoniusversuchungen Blatt 57
- Antoniusversuchungen Blatt 56
- Antoniusversuchungen Blatt 58
Das letzte Zitat möchte ich kurz in seinem Kontext erläutern. Antonius wird im zweiten Kapitel mit den Versuchungen der sieben Todsünden konfrontiert und fällt von einer Verzückung in die Nächste. Letztlich wähnt er sich selbst als Nebukadnezzar und da er ihn seine eigene Allmacht nicht mehr befriedigt, überkommt ihn die Lust, sich selbst zu erniedrigen. Er begibt sich auf alle Viere und brüllt wie ein Tier. Als er sich plötzlich mit der Hand an einem Stein verletzt und durch den Schmerz jäh aus seiner ihn vollkommen einnehmenden Vision gerissen wird -
Der Felsenring ist leer. Die Sterne flimmern. Alles schweigt.
- Antoniusversuchungen Blatt 62
- Antoniusversuchungen Blatt 61
- Antoniusversuchungen Blatt 59












Liebe Ute,
du warst ja fleissig, sie gefallen mir alle gut. Conny ist schon hier und wir werden bald zu unserer Vernissage aufbrechen. Morgen Nachmittag habe ich dann Zeit, meine Arbeiten in unserem gemeinsamen Blog einzustellen.
Einen schönen Sonntag wünscht dir Susanne
Es sind auch ein paar wirklich sehr schöne dabei! Jetzt brauche ich nur noch zwei drei mehr solcher Tage, dann habe ich alle Zitate durch
Ich wünsche euch gleich ganz viel Erfolg! Wir sind heute Nachmittag in Herne und heute Abend werde ich mir die Bilder für Grimma anschauen, die meine Mutter gestern mitgebracht hat…
Lg Ute
Really love Antoniusversuchungen 53-55. Great work.
Ah, you like the colors!
– I prefer 57-59
Hehe. Yes, I’m just in a color mood I guess. Tomorrow I’ll probably prefer 57-59.
fantastic as ever, i was particularly struck by 55 and 60
Great
They are my favorites, too!