“chimären” – Eine Serie in Zeichnung und Aquarell
Für Zeichungen habe ich ein absolutes Lieblingspapier. Es ist das Papier meiner Skizzenbücher und bisher habe ich auch nur in den Büchern selbst gut arbeiten können. Jeder Versuch, Zeichungen auf losem Papier zu fertigen, ist bisher gescheitert. Ich glaube, beim Zeichnen darf ich mich nicht zu lange an einer Zeichung aufhalten, weshalb mir der Skizzenbuchcharakter sehr entgegen kam. Ich konnte Zeichnen, umblättern, Zeichnen, umblättern, Zeichnen, umblättern, … Wichtig war auch die Auffassung, dass in einem Skizzenbuch selbstverständlich sowohl gut gelungene als auch weniger gelungene Zeichungen vorkommen. Diese Haltung der Selbstverständlichkeit verhilft zu einer lockeren Linie. Auf losen Blättern hatte ich bisher immer das Gefühl, dass genau dieses Blatt mit genau dieser Zeichung (es war dann keine Skizze mehr, sondern eine Zeichnung!) perfekt sein müsste.
Mittlerweile habe ich mir das gleiche Papier, aus dem meine Skizzenbücher bestehen, als Block bestellt, in drei verschiedenen Größen. So habe ich genug Blätter, um nicht um das Gelingen jeder einzelnen Zeichung bangen zu müssen. Die letzten zwei Tage habe ich schon über zehn Zeichungen gemacht und es sind tatsächlich ein paar zu verwerfende, aber auch ein paar sehr schöne dabei! Klasse ist, dass die kleinsten “nur” DIN A4 groß sind und somit in meinen Scanner passen. Die Ergebnisse haben mich so beeindruckt, dass ich demnächst wohl alle Aquarelle meiner Homepage www.ute-schaetzmueller.de scannen werde (und einen Teil meines nächsten Verkaufs in einen DIN A3-Scanner investiere). Da trifft es sich ganz gut, dass ich die Seite eh aufräumen, umgestalten und nach Jahreszahlen sortieren wollte. Gut, dass mein Mann die nächsten Abende auch viel vorbereiten muss. So werde ich mich meinen Chimären widmen.
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“Chimären”, so der Titel der neuen Serie. Ich mag seine Vieldeutigkeit: Zum einen bezeichnet die Chimäre ein mythologisches dreiköpfiges Wesen der griechischen Antike, welches die drei schlechten Eigenschaften des Mannes/Menschen verkörpert: Der Löwenkopf den Stolz, der Ziegenkopf die Lüsternheit und der Drachenkopf die Zerstörungswut. Dieses Thema möchte ich demnächst in meiner Malerei aufnehmen. Der Name dieses Wesens wurde nun aber auch auf alle Mischwesen ausgebreitet, was ihn hervorragend für eine Serie verschiedenster Mensch-Tier-Hybriden eignet. Dann wiederum bezeichnet eine Chimäre auch eine rein imaginäre Erscheinung, ein Trugbild, und meine Mischwesen entsprechen dem natürlich im Besonderen, denn sie sind auch allegorische Erscheinungen der Wesenszüge des Menschen, imaginierte Traumwesen erschaffen aus der Beschäftigung mit dem Tier in uns. Letztlich spielt hier natürlich auch das Biologische eine Rolle – nicht umsonst habe ich Biologie studiert und war “Evolution” mein liebstes Fachgebiet. Die Entstehung des Lebens, der fließende Verlauf der Arten in ihrer Entwicklung, die ständig stattfindende Transformation des Lebens bis hin zu unglaublichen Erkenntnissen und Ähnlichkeiten der Lebewesen auf genetischer Ebene. Dies alles wird in meine Zeichnungen einfließen. Hier wird die Beschäftigung mit dem Thema “Chimäre” mit einem mal sehr aktuell, denn die letzte Bedeutung des Begriffs findet sich in der Genetik und bezeichnet einen Organismus, der aus genetisch verschiedenen Zellen besteht. Auf der einen Seite führt das Thema über “natürliche” und “künstliche” Chimären bis hin zu Stammzellenforschung und Embryonengesetzen, auf der andern Seite lässt sich unter Annahme einer monostischen Weltsicht die Frage stellen: Wenn eine Chimäre ein Organismus ist, der aus genetisch verschiedenen Zellen besteht, ist dann alles Leben dieser Welt nicht eine große Chimäre?
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Die kleinen Arbeiten zeigen bisher nur Chimären aus dem Bereich der Kopffüßler (cephalopoden), die größeren, hier nicht gezeigten beinhalten vor allem Eulen-Chimären. Viele weitere Arten und Formen sollen folgen.
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[...] weiß bekomme, gibt es einen kleinen Einblick auf meinen, mit Arbeiten zu meinem neuen Thema Chimären bedeckten Schreibtisch – work in [...]
[...] sind der Stoff, aus dem Alles gemacht wird und der Faden, der Alles zusammen hält: zum einen meine “Chimären-” und “Mensch-Wolf-Thematiken”, die ich für meine Ausstellung in der Galerie Forma:t in [...]